EIZO ColorEdge Vergleich: CS2740, CS3200X, CG2700X oder CG3100X?
Mit dem ColorEdge CS3200X hat EIZO eine Grenze verschoben, die lange festgeschrieben schien. Wer farbverbindlich arbeiten und dabei größer als 27 Zoll werden wollte, landete bisher bei der CG-Serie — und damit bei rund 5.000 Euro. Der CS3200X bringt 31,5 Zoll, 4K, 99 % Adobe RGB und echte Hardwarekalibrierung für 1.779 Euro.
Damit stellt sich die Frage neu, welcher ColorEdge zu welcher Arbeit passt. Dieser Vergleich ordnet die vier Modelle ein, die wir Fotografen, Filmern und der Druckvorstufe empfehlen — und sagt, wo die Grenze zwischen CS- und CG-Serie wirklich verläuft.
Die kurze Antwort
Wenn Du wenig Zeit hast, hier die Einordnung in vier Sätzen:
- CS2740 — der Einstieg in die farbverbindliche Arbeit. 27 Zoll, 4K, 99 % Adobe RGB. Für alle, die hardwarekalibriert arbeiten wollen, ohne das Budget einer CG.
- CS3200X — dieselbe Grundqualität auf 31,5 Zoll, mit besserem Kontrast, größerem Videofarbraum, KVM-Switch und mitgelieferter Lichtschutzhaube. Der neue Standard für alle, denen 27 Zoll zu klein geworden sind.
- CG2700X — 27 Zoll mit integriertem Kalibrierungssensor. Der Monitor kalibriert sich selbst, ohne dass Du ein Messgerät anschließen musst. Für Arbeit mit Abgabetermin.
- CG3100X — 30,5 Zoll im DCI-4K-Format, 500 cd/m², integrierter Sensor. Das Referenzgerät für höchste Ansprüche, in der Bildbearbeitung ebenso wie in der Postproduktion.
Die vier Modelle im direkten Vergleich
| CS2740 | CS3200X | CG2700X | CG3100X | |
|---|---|---|---|---|
| Diagonale | 27″ | 31,5″ | 27″ | 30,5″ |
| Auflösung | 3840 × 2160 | 3840 × 2160 | 3840 × 2160 | 4096 × 2160 (DCI-4K) |
| Pixeldichte | 164 ppi | 140 ppi | 164 ppi | 152 ppi |
| Adobe RGB | 99 % | 99 % | > 99 % | > 97 % |
| DCI-P3 | 90 % | 96 % | > 98 % | 99 % |
| Helligkeit | 350 cd/m² | 350 cd/m² | 500 cd/m² | 500 cd/m² |
| Kontrast | 1000:1 | 1300:1 | 1450:1 | 1800:1 |
| Kalibrierungssensor | — | — | integriert | integriert |
| Lichtschutzhaube | optional | inklusive | inklusive | inklusive |
| USB-C Ladeleistung | 60 W | 70 W | 94 W | 94 W |
| KVM-Switch | — | ja | ja | ja |
| Garantie | 5 Jahre inklusive Vor-Ort-Austauschservice | |||
| Preis bei uns | 1.369 € | 1.779 € | 2.799 € | 5.199 € |

Franks Empfehlung
Der CS3200X ist der erste bezahlbare 32-Zöller von EIZO im High-End-Segment — mit Adobe RGB und echter Hardwarekalibrierung. Nach unserer Einschätzung ist er Mitbewerbern wie BenQ oder ASUS ProArt qualitativ deutlich überlegen. Technisch bekommst Du für dieses Geld derzeit das Beste, was der Markt hergibt.
Ideal ist er für:
- Fotografen und Filmer mit großem Platzbedarf
- alle, die bisher an der 27-Zoll-Grenze hingen, weil darüber nur die CG-Preisklasse lag
- Anwender, denen kleine Schriften zunehmend Mühe machen — auf 31,5 Zoll wird alles größer und besser erkennbar, und dank der hohen Pixeldichte lässt sich die Darstellung unter Windows wie macOS frei skalieren, ohne dass das Bild unscharf wird
Wenn mehr Budget da ist, lohnt der Blick nach oben. CG2700X und CG3100X bieten zusätzlich:
- Besseren Schwarzwert — ein klares Argument für Schwarz-Weiß-Fotografie und HDR-Film
- Höhere Blickwinkelunabhängigkeit — im Team unbezahlbar: Zwei Personen können nebeneinander am selben Bild arbeiten, ohne Einbußen bei der Beurteilung. In Firmen und Studios ist das oft der eigentliche Kaufgrund.
- Temperatursensoren, die die Umgebungstemperatur in die Kalibration einfließen lassen
- Referenzierte Messgeräte — die eingebauten Sensoren der CG-Serie werden gegen EIZO-Spektralphotometer im Wert von rund 30.000 € abgeglichen. Genauer geht es nicht.
Kurz gesagt: Der CS3200X ist für die allermeisten die richtige Wahl. Wer Schwarz-Weiß auf höchstem Niveau macht, HDR beurteilt oder zu zweit vor einem Bildschirm sitzt, sollte sich die CG-Serie ansehen.
CS oder CG — woran Du die Grenze festmachst
Die Serien unterscheiden sich nicht in der grundsätzlichen Farbgüte. Beide rechnen mit einer 16-Bit-Look-Up-Table, beide werden über die interne Tabelle hardwarekalibriert statt über die Grafikkarte, beide haben den Digital Uniformity Equalizer für gleichmäßige Helligkeit über die ganze Fläche. Der Unterschied liegt woanders:
Der integrierte Kalibrierungssensor ist das eigentliche CG-Merkmal. Er klappt aus dem Rahmen und vermisst das Panel selbstständig — nach Zeitplan, auch nachts, ohne dass jemand ein Messgerät anschließt. Bei einer CS schließt Du dafür ein externes Gerät an und startest ColorNavigator. Das dauert rund anderthalb Minuten und ist völlig ausreichend, solange Du daran denkst.
Genau da liegt der Punkt: Wer regelmäßig unter Termindruck abgibt, sollte die Kalibrierung nicht von der eigenen Disziplin abhängig machen. Wer in Ruhe an eigenen Bildern arbeitet, ist mit einer CS ebenso genau bedient.
Dazu kommen bei den CG-Modellen die höhere Helligkeit (500 statt 350 cd/m²), der bessere Schwarzwert und die höhere Blickwinkelunabhängigkeit. Der Schwarzwert macht sich vor allem in der Schwarz-Weiß-Fotografie und bei HDR-Material bemerkbar. Die Blickwinkelunabhängigkeit unterschätzt man leicht: Sie entscheidet darüber, ob zwei Personen nebeneinander am selben Bild arbeiten können, ohne dass einer von beiden eine andere Helligkeit sieht. In Studios und Agenturen ist genau das oft der Grund für die CG-Serie.
Zwei weitere Details, die selten im Datenblatt auffallen: Die CG-Modelle haben Temperatursensoren und lassen die Umgebungstemperatur in die Kalibration einfließen — Panels verhalten sich warm anders als kalt. Und die eingebauten Messgeräte werden im Werk gegen EIZO-Spektralphotometer im Wert von rund 30.000 € referenziert. Genauer bekommt man Farbmessung in einem Monitor nicht.
Wann sich der Schritt von 27 auf 31,5 Zoll lohnt
Der Wechsel bringt mehr als ein paar Zentimeter Diagonale. Die Bedienoberflächen von Lightroom, Capture One oder Photoshop bleiben in ihrer Größe konstant — der zusätzliche Platz kommt vollständig dem Bild zugute. Im Videoschnitt bedeutet das eine Timeline, die sich ohne ständiges Scrollen überblicken lässt.
Die Kehrseite: Auf 31,5 Zoll verteilen sich dieselben 3840 × 2160 Pixel auf mehr Fläche, die Pixeldichte sinkt von 164 auf 140 ppi. In der Praxis spielt das kaum eine Rolle — einzelne Bildschirmpixel sind auch bei 140 ppi im normalen Sitzabstand nicht auszumachen. Wer allerdings sehr nah am Bildschirm sitzt und viel mit feinen Schriften arbeitet, wird den Unterschied bemerken.
Unsere Faustregel: Ab einem Sitzabstand von rund 70 cm ist 31,5 Zoll die angenehmere Arbeitsfläche. Darunter bleibt 27 Zoll die bessere Wahl.
Ein Argument, über das zu selten gesprochen wird
Nicht jeder sitzt mit 25 vor dem Monitor. Wer merkt, dass ihm die Menüs in Lightroom oder Photoshop zunehmend Mühe machen, gewinnt auf 31,5 Zoll spürbar: Alles wird größer und ist besser zu erkennen — ohne dass Du dafür an der Auflösung sparen müsstest.
Das funktioniert, weil die Pixeldichte hoch genug ist. Windows wie macOS lassen die Darstellung frei skalieren, und bei 140 ppi bleibt das Bild dabei sauber. Zum Vergleich: Ein gewöhnlicher 32-Zöller mit 1920 × 1080 kommt auf 69 ppi — dort franst eine hochskalierte Oberfläche sofort aus. „32 Zoll“ allein ist also kein Argument. Erst die Kombination aus Fläche und Auflösung macht den Unterschied.
Das Detail, das beim CS3200X den Unterschied macht
Eine mitgelieferte Lichtschutzhaube war bei EIZO bislang der CG-Serie vorbehalten. Beim CS3200X liegt sie erstmals auch einem Monitor der CS-Serie bei — magnetisch befestigt, in Sekunden aufgesetzt und ebenso schnell wieder abgenommen.
Der Nutzen ist größer, als es zunächst klingt. Die Haube hält Streulicht von oben und von den Seiten vom Panel fern. Ohne sie beurteilst Du in einem normal beleuchteten Raum nicht das Bild, sondern das Bild plus die Reflexion Deiner Zimmerdecke. Gerade in den Tiefen entscheidet das darüber, ob ein Print später zu dunkel aus dem Drucker kommt.

Ebenfalls im Karton: ein individueller Kalibrierungsbericht für genau dieses Gerät.
Für Filmer: Farbräume und Sync-Signal
Beim Videofarbraum trennen sich die Modelle deutlicher als beim Fotofarbraum. Der CS2740 deckt DCI-P3 zu 90 % ab, der CS3200X zu 96 %, die CG-Modelle zu 98 beziehungsweise 99 %.
Praktisch wichtiger ist beim CS3200X die Sync-Signal-Funktion: Der Monitor wertet die Metadaten des anliegenden Materials aus und stellt Farbraum, Gammakurve und Helligkeit automatisch passend ein. Werkskalibrierte Modi für DCI-P3, BT.709, BT.2020, HLG und PQ sind ab Werk hinterlegt. Das erspart nicht nur das Umschalten im Menü, sondern vor allem die Fehlerquelle, versehentlich im falschen Modus zu beurteilen.
Häufige Fragen
Brauche ich für einen ColorEdge ein eigenes Messgerät?
Bei den CS-Modellen ja — ein Kolorimeter wie das EIZO EX5 oder ein Calibrite-Gerät. Die CG-Modelle bringen den Sensor mit und kommen ohne aus.
Reicht die Werkskalibrierung, oder muss ich selbst kalibrieren?
Jeder ColorEdge wird ab Werk kalibriert ausgeliefert und bringt einen Messbericht mit. Für den Start reicht das. Da sich die Hintergrundbeleuchtung über die Betriebsstunden verändert, sollte etwa alle 200 bis 400 Betriebsstunden nachkalibriert werden.
Kann ich einen ColorEdge an einem Notebook betreiben?
Ja, über USB-C laufen Bildsignal, Daten und Ladestrom durch ein einziges Kabel. Der CS3200X liefert bis zu 70 Watt, die CG-Modelle bis zu 94 Watt. Ob das für Dein Notebook reicht, hängt vom Modell ab — bei leistungsstarken Workstations kann das Netzteil trotzdem nötig sein.
Lohnt sich der CS3200X gegenüber dem CG3100X?
Für die meisten Fotografen und Filmer: ja. Der CG3100X ist ein hervorragendes Gerät für Bildbearbeitung wie für Postproduktion — aber mit 5.199 € auch eine ganz andere Investition. Der CS3200X liefert das entscheidende Paket zu einem Bruchteil davon. Anders liegt der Fall, wenn Du den besseren Schwarzwert für Schwarz-Weiß-Arbeit brauchst, HDR beurteilst, im DCI-4K-Format arbeitest, zu zweit vor einem Bildschirm sitzt oder auf die automatische Selbstkalibrierung angewiesen bist.

Was Du bei uns zusätzlich bekommst
Das Gerät selbst ist an vielen Stellen erhältlich. Was dort in aller Regel fehlt, ist jemand, der damit täglich arbeitet. Wir sind ColorEdge Solution Partner und beraten seit 20 Jahren Fotografen und Filmer. Zu jedem Monitor aus unserem Haus gehört deshalb:
- Drei Video-Tutorials zur Hardwarekalibration, Schritt für Schritt und exakt für Dein Modell produziert
- Erstkalibration gemeinsam per TeamViewer mit einem unserer Experten — danach kannst Du sie selbst wiederholen
- 60 Tage PixelCare für die komplette Ersteinrichtung, auf Wunsch auf 3 Jahre verlängerbar
- Showroom in München — wir sind der einzige Händler, der alle EIZO CS- und CG-Modelle nebeneinander aufgebaut hat
- Optional: Null-Pixelfehler-Garantie bis 30 Tage nach Auslieferung
Unsere Erfahrung aus 20 Jahren: Rund 80 % aller EIZO-Monitore im Feld sind nie sauber eingerichtet, kalibriert oder profiliert worden — nicht aus mangelndem Können der Besitzer, sondern weil es ihnen niemand gezeigt hat.
Zu den Modellen
- EIZO ColorEdge CS3200X — 31,5″, 1.779 €, ab sofort vorbestellbar
- EIZO ColorEdge CS2740 — 27″, 1.369 €
- EIZO ColorEdge CG2700X — 27″ mit Selbstkalibrierung, 2.799 €
- EIZO ColorEdge CG3100X — 30,5″ DCI-4K, 5.199 €
Du bist Dir nicht sicher, welches Modell zu Deiner Arbeit passt? Ruf uns an unter +49 89 58 999 750 oder buche einen Beratungstermin. Wir stellen Dir die Modelle im Showroom nebeneinander — der Unterschied ist auf einen Blick zu sehen.

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